Schein + Wirklichkeit

 

BAGELMANIA
Ein Kringel erobert die Welt

  BAGELMANIA

BAGELMANIA - NDR-Website und Film

Regie:
Sophie Kill

Kamera:
Uli M. Fischer

Montage:
Paul Taegert

Produktion:
Norddeutscher Rundfunk

Redaktion:
Silke Schütze

Als der Astronaut Greg Chamitoff 2008 für ein halbes Jahr ins All flog, nahm er 18 Sesam-Bagel gegen das Heimweh mit. Bagels haben Tradition in Gregs Familie. Urahn Isodore Shlafman kam 1919 aus der Ukraine nach Kanada und eröffnete die erste Bagelbäckerei Montreals. Enkel Irwin, Gregs Cousin, führt die Bäckerei bis heute. Montreal Bagel sind leicht süß, im Teig sind viele Eier, das macht sie locker und luftig. Ganz anders ist der New York Bagel: im Geschmack neutral und eher fest. Montreal vs. New York, welcher Bagel ist der „bessere“? Gibt es den einzig wahren Bagel? Einig sind sich die Kontrahenten nur in einem einzigen Punkt: Bagels sind rund und haben in der Mitte ein Loch. Und sie müssen vor dem Backen gekocht werden. Über alles andere wird leidenschaftlich gestritten. Selbst über die beste Art, sie zu essen, herrscht Uneinigkeit: Schlicht abbeißen? Oder in mundgerechte Stücke reißen? Durchschneiden und belegen? Und – jetzt wird es richtig kompliziert – womit? Frischkäse, hauchdünn geschnittener geräucherter Lachs, rote Zwiebel und Tomate, ebenfalls hauchdünn geschnitten, und ein paar Kapern als Krönung, das gilt als klassisch, alles andere, naja. Für Brooklyner Puristen ist die Sache klar. Mehl, Wasser, Salz, Hefe, Gerstenmalz (niemals Zucker!) gehören in den Bagelteig, sonst nichts. Gerade noch toleriert wird eine spezielle Sorte mit etwas Ei. Aber Zimt? Blaubeeren? Rosinen? Oder gar Vollkornmehl? Trotz oder gerade wegen der vermeintlichen Einfachheit hat jeder wahre Bagelbäcker sein eigenes, streng geheimes Rezept. Eine spezielle Mehlsorte, exakte Mengenverhältnisse der einzelnen Zutaten und – ganz wichtig – das Wasser. Ohne New Yorker Wasser keine original New Yorker Bagel. BAGELMANIA erzählt die Geschichte und Geschichten rund um den Bagel - und rund um den Globus.

ERSTAUSSTRAHLUNG: 30. November 2016; 0:00 NDR (Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch!)

 


 

DER CLOWN
Jerry Lewis' verschollener Film THE DAY THE CLOWN CRIED

  DER CLOWN

NDR-Seite zur Sendung

Regie:
Eric Friedler

Montage:
Sophie Kill / Andrea Schröder-Jahn

Produktion:
NDR

Am 16. März 2016 feiert die US-Komikerlegende Jerry Lewis ("Der verrückte Professor") seinen 90. Geburtstag. Anlass für eine ganz besondere Hommage an das "komischste Gummigesicht der Welt" ("Stern"). Gemeinsam mit seinem Partner Dean Martin eroberte Lewis bereits in den 1950er-Jahren das junge Medium Fernsehen und stieg zu einem der international beliebtesten Komiker und berühmten Regisseure von Komödienkassenknüllern auf. Doch in "Der Clown" stehen nicht seine Klassiker im Zentrum, sondern eines der größten Filmmythen des Kinos: "The Day The Clown Cried". Ein Prestigeobjekt von Regisseur Lewis, 1972 in Frankreich und Schweden mit Staraufgebot inszeniert und seither verschollen. Mythen und Legenden ranken sich um seine Entstehung und die Gründe für sein Verschwinden, denn Jerry Lewis selbst schweigt beharrlich dazu. Gemeinsam mit den letzten sechs noch lebenden Schauspielern und zahlreichen Teammitgliedern, die damals an der Produktion beteiligt waren, nähert sich Grimme-Preisträger Eric Friedler (unter anderem "The Voice of Peace") einem der meistgesuchten Filme der Kinogeschichte. "Der Clown" folgt bisher verschwiegenen Hinweisen, spürt weitere damals unmittelbar Beteiligte auf und fördert vergessene Schätze zutage. Und zum ersten Mal spricht in dieser Dokumentation auch Jerry Lewis exklusiv über diesen Film, der sein schwierigster und persönlichster war.

ERSTAUSSTRAHLUNG: 3.2.2016

 


 

BÖSE ONKEL
Kindesmissbrauch - Bekenntnisse von Tätern
DOKU-DRAMA | 60 Minuten

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 BÖSE ONKEL

Regie:
Sophie Kill

Kamera:
Frank Groth

Montage:
Heidi Endruweit

Produktion:
NDR

Redaktion
Eric Friedler

Darsteller
Gunnar Titzmann | Jakob Plutte | Frank Mertens | Christian Bruhn

12.444 Anzeigen wegen sexuellen Kindesmissbrauchs verzeichnete die Kriminalstatistik im Jahr 2011, bis zu zehnmal höher wird die Dunkelziffer geschätzt. Die Täter kommen aus allen Schichten, sind sozial angepasst und unauffällig. Der typische Täter kennt sein Opfer gut, das Kind vertraut ihm, liebt ihn. Das Doku-Drama „BÖSE ONKEL“ sucht Antworten auf die Frage: Wie kommt ein Mann dazu, den Nachbarsjungen, die Nichte oder gar die eigene Tochter sexuell zu missbrauchen?

Kaum ein Thema emotionalisiert so sehr wie der sexuelle Missbrauch von Kindern. Medien und Öffentlichkeit machen Täter zu Monstern, Polizei und Justiz reagieren oft hilflos. Könnte die elfjährige Lena, die am 24. März 2012 in einem Emdener Parkhaus missbraucht und getötet wurde, noch leben, wenn die Polizei die Selbstanzeige des Täters einige Monate zuvor ernst genommen und konsequent verfolgt hätte? Rechtfertigt ein Missbrauch den Aufruf zur Lynchjustiz wie den an dem zunächst verdächtigten 17-Jährigen?

Wer sich mit den Tätern beschäftigen möchte, stößt oft auf Unverständnis, selbst bei denen, die beruflich mit ihnen zu tun haben wie Gefängniswärter oder Betreuer in der forensischen Psychiatrie. „Kinderschänder“ stehen in der Knasthierarchie ganz unten, verachtet von allen.

„BÖSE ONKEL“ will mit diesem Tabu brechen und fragt nach den Hintergründen. Autorin Sophie Kill hat über viele Monate hinweg unter teilweise sehr schwierigen Umständen mit mehr als einem Dutzend Tätern lange Interviews geführt. Das Ergebnis waren über fünfzig Stunden Tonmaterial. Unter dem Schutz der Anonymität haben die Männer offen und oft zum ersten Mal über ihre Taten gesprochen. Dabei ging es nicht darum, die Täter zu verstehen oder gar ihre Taten zu entschuldigen. Vielmehr lag der Focus darauf, Motive und Strategien zu erkennen – eine wichtige Voraussetzung für effektive Präventionsarbeit. Keiner der Männer wollte vor die Kamera. Daher wurden vier „typische“ Interviews mit Schauspielern wortgetreu inszeniert, immer wieder unterbrochen von Making-of-Szenen. Kurze Gespräche mit den Schauspielern reflektieren die verschiedenen Schwierigkeiten und Ängste, eine solche Rolle zu übernehmen. Die so entstandenen Täter-Psychogramme gehen unter die Haut. In Zusammenarbeit mit der HAW Hamburg, Department Design entstanden außerdem kurze Animationsfilme. Diese von Hand gezeichneten Miniaturen zeigen Szenen vertrauensvollen Umgangs zwischen Kindern und Erwachsenen. Ein Kontrast, der die ganze Tragweite des Themas sexueller Kindesmissbrauch deutlich macht.

ANIMATIONEN Department Design HAW Hamburg Prof. Almut Schneider Susann Hoffmann | Sören Koswig | David Kowalski | Ksenia Lemeschuk | Sybille Meyer | Verena Westphal

ERSTAUSSTRAHLUNG: 06. März 2013